1. Einzeltherapie Frührehabilitation (Stationen 5/6)

Was wird gemacht:
Patient und Therapeut hören gemeinsam eine gezielte Auswahl klassischer Musikstücke, am Bett über zwei Kopfhörer oder im ruhig gelegenen Therapieraum über Lautsprecher.

Systematischer Aufbau einer vertrauensvollen therapeutischen Beziehung, abgestimmt auf das jeweilige Störungsbild. Konzentrierte, innerlich engagierte Kontaktaufnahme, einfühlende Beobachtung, Körperkontakt. - In Krisensituationen musikalische Interventionen sowie, soweit möglich, stützende und beratende Gespräche.  Somatozentrierte audio-taktile Stimulation durch geführte Bewegungen der Hände zur Musik.  Spezielle Therapiekassetten (Audiosan®) mit einer nach Stimmungslagen geordneten Musikauswahl stehen Patienten, Mitarbeitern und Angehörigen zur Verfügung.  Psychotherapeutische Begleitung von Angehörigen.

 

Ziele und Wirkprinzipien:
Die Auditive Musiktherapie ist ein Beitrag zur Frühförderung schwerst hirngeschädigter Menschen, von Komastimulation über psychotherapeutische Begleitung in den verschiedenen Entwicklungsphasen, bis hin zu akuter Krisenintervention.

1. Psyche: Stärkung und Wiederherstellung des psychischen Gleichgewichts, Angstlösung, Förderung von Lebens- und Behagensempfindung

2. Lebenswille/Geist: Kräftigung des Lebenswillens, Unterstützung bei der Krankheitsverarbeitung, Krisen- und Trauerbewältigung, Aktivierung von psychischen Kräften und Prozessen

3. Körper/Vegetativum:
a) Entspannung, Beruhigung, Harmonisierung des Gesamtkörpertonus
b) Anregung, Vigilanzerhöhung, Förderung der Körperwahrnehmung, Bewegungswillen, Aufbau komplexer Wahrnehmungsleistungen (synästhetische Reizangebote)

5. Kontakt und Verständigung mit der Umwelt: Förderung der Kommunikationsbereitschaft und -fähigkeit (Phonation, Stimmbildung), elementare Verständigung, Erkennen von emotionaler Befindlichkeit und der akuten Bewältigungssphase

6. Intellekt: Steigerung der Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit; Förderung der Rezeptibilität.


Musik wirkt angstlösend, vermittelt Behagensempfindungen. Der Patient wird über die Musik als ”Mensch” angesprochen, nicht zuerst als ”Kranker”. Dies weckt seine Ressourcen. Durch gemeinsames, bewußtes Musikhören läßt sich die innere Befindlichkeit abtasten: Wie geht es dem Patienten eigentlich? Gestützt durch Besprechungen im Team wird deutlich, in welcher Entwicklungs- und Bewältigungsphase der Hirngeschädigte sich momentan befindet und was der nächste Schritt sein kann. Die Phasen sind sehr unterschiedlich, die Umgehensweise muß immer wieder neu angepaßt werden. Klassische Musik ist hierbei eine echte Hilfe.

 

Über den persönlich-musikalischen Kontakt wird der Kranke psychisch gestützt und ausgeglichen. Je nach Situation erfährt er Entspannung oder Anregung. Die beim Patienten vorhandenen Ansätze zur Kommunikation lassen sich mit den nicht-sprachlichen Mitteln der Auditiven Musiktherapie fördern und eine elementare Verständigung aufbauen. Diese ”musikalischen Begegnungen” werden überwiegend als angenehm, positiv erlebt.  (Die schwer hirngeschädigten, post-komatösen Patienten haben anfangs ein “physiologisches” Mißtrauen in alle medizinischen Personen, was grundsätzlich mit dem Trauma der Intensivmedizin/Reanimation usw. zusammenhängt. Sie zögern daher oftmals, ihre eigentlich vorhandenen Kommunikationsmöglichkeiten einzusetzen.)

 

Die Auditive Musiktherapie fördert nicht nur die Entspannung, sondern auch und gerade Wachheit, Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit. Sie regt die Stimmbildung (insbesondere bei Kanülenträgern) an. Über Musik - wenn sie gut ankommt und wirklich ”paßt” - wird die Lust an der Bewegung geweckt (Bewegungswille, psychomotorische Einheit). Den aufkeimenden Wunsch nach Bewegung erfüllt die audio-taktile Stimulation (geführte Bewegungen der Arme und Hände zur Musik), wobei immer auch die gelähmten Glieder im schmerzfreien Bereich mitbewegt werden.

 

Indikationen:
Hirngeschädigte im und nach dem Apallischen (Durchgangs-)Syndrom, Patienten mit sonstigen schweren Hirnschädigungen. Besonders angezeigt ist die Auditive Musiktherapie in kritischen Übergangsphasen und bei mangelhafter Verständigungsmöglichkeit mit dem Patienten.

 

Publikationen von mir (Download und Buch, neu 2016)

Beschreibung meiner Tätigkeit in der Neurologischen Klinik Braunfels

Allgemein: Neurologie (mit Fotos)

Konzept für Neurologie
Frührehabilitation
Einzeltherapie in der Klinik
Gruppentherapie


(zurück) zur Seite Musiktherapie

Verbindung zur Homepage der Klinik:
 http://www.neuro-braunfels.de

 

LINKS zum Thema Frührehabilitation
Informationsheft für Angehörige von Patienten im Wachkoma (Dr. Zieger)
bidok.uibk.ac.at/library/zieger-schaedel.html

Texte über das Wachkoma (Dr. Andreas Zieger)
https://cse.google.com/?q=andreas+zieger&sa=Suchen&cx=000645542777663873324 %3A8kjc_xezfok&ie=UTF-8#gsc.tab=0&gsc.q=andreas%20zieger&gsc.page=1

Selbsthilfeverband Schädel-Hirn-Patienten in Not e.V
http://www.schaedel-hirnpatienten.de

 

Startseite (Home)
Übersicht  (Sitemap)

zum Anfang dieser Seite

 

Besucherzaehler

 

Letzte Änderung: Mittwoch, 13. Februar 2019  

 Startseite (Home) Übersicht (Sitemap)  | Index A - Z (Suche)  | Impressum | Datenschutz

© Copyright  Akademie Orpheus • Wolfgang Zeitler, Bayreuth • Telefon  (0921) 9900 9856
eMail: eMail schreiben an Akademie Orpheus  oder   Kontaktformular

Worum es geht:  Ars Audiendi, Audiosan, Akademie Orpheus, Auditive MusiktherapieBayreuth, Bayern, Bach, Beethoven  Benediktushof Holzkirchen, Bruckner, CD-Empfehlungen, CD-Aufnahmen, Dietfurt, Duo Cantomusica, Empfehlungen Klassik, Einstieg in die Klassik, Familienstellen, Familienaufstellung, Fortbildung, Franken, Ganzheitlich, Gedichte, Gregorianik, Gylanie, gylanisch, Hildegard von BingenHeilkunst, Heilrituale, Hellinger, Heilpraxis, Heilraum am Hofgarten, Hofheim am TaunusHospizarbeit, Hörmusiker Hörkünstler, Interpreten, Klassik, Klassik-Tipp, Klassische Musik, Kloster Dietfurt, Komponisten, Lichtarbeit, Liebe, Lebensschule, Musikhören, Musik-Zitate, Meditation, Meditationshaus St.Franziskus, Metaphysik, Musikmeditation, Musiktherapie, Musikpsychotherapie, Melomorphose, Musikphilosophie, Musikarchiv, Mozart, Musicosofia, Musicosophia, Netzwerk, Oberfranken, Orpheus, Philosophie, Pia de Jong, Psychotherapie, systemische Therapie, Therapeut, Therapie-CD, Tonarten, Tierkreis, Schamanische Heilrituale, Schamanismus, Schamane, Schöpferisch, Seelenreisen, Seminare, Selbsttherapie, Sommerakademie, Weiterbildung, Weisheit, Wolfgang, Zitate, Zeitler.

Ars Audiendi, die Heilkunst des Hörenst. Bewusstes Musikhören als Initiation durch die Weisheit der großen Musik.